Die Geschichte der Bong: Vom Bambusrohr zur Glasbong

Historische Bambus-Wasserpfeife neben einer modernen Glasbong

Die Bong ist heute ein Glasobjekt mit Perkolator und Eiskerbe.

Ihre Wurzeln reichen aber weit zurück: zu Bambusrohren in Südostasien, zu Wasserpfeifen am Hof der Mogulkaiser und zu Keramikpfeifen im Hochland Äthiopiens. Hier ist die Geschichte der Bong, mit dem, was Archäologen tatsächlich gefunden haben, und mit den Mythen, die sich hartnäckig im Netz halten.

Kurz zusammengefasst

  • Das Wort: „Bong“ kommt vom thailändischen „baung“, einem Rohr aus Bambus.
  • Frühe Funde: In Äthiopien wurden Keramikpfeifen mit Cannabisrückständen aus der Zeit um 1320 n. Chr. gefunden.
  • Wasserpfeifen: Im 16. Jahrhundert verbreiteten sie sich in Indien, Persien und China, damals vor allem für Tabak.
  • Moderne Bong: Der Begriff wurde in den 1970er Jahren im Westen populär. Heute dominieren Bongs aus Borosilikatglas.
  • Mythos: Die oft zitierten „goldenen Bongs der Skythen“ waren nach heutigem Stand Trinkgefäße, keine Bongs.

Inhalt

  1. Woher kommt das Wort Bong?
  2. Die Anfänge: Rauch, Rituale und erste Pfeifen
  3. Mythos Skythen-Bong: Was wirklich gefunden wurde
  4. Äthiopien: Keramikpfeifen aus dem 14. Jahrhundert
  5. Die Wasserpfeife erobert Asien und den Orient
  6. Die Bong kommt in den Westen
  7. Die moderne Bong: Glas, Perkolator und Silikon
  8. Zeitstrahl: Geschichte der Bong
  9. Häufige Fragen

Woher kommt das Wort Bong?

Das Wort „Bong“ stammt aus dem Thailändischen. „Baung“ bezeichnet dort ein zylindrisches Rohr oder Gefäß, das aus Bambus geschnitten wird. In Thailand, Laos und anderen Teilen Südostasiens wurden solche Bambusrohre seit langer Zeit als einfache Wasserpfeifen genutzt. In ein westliches Wörterbuch schaffte es der Begriff 1944: Ein thailändisch-englisches Wörterbuch beschrieb „baung“ als Wasserpfeife aus Bambus für Hanf. In den USA wurde das Wort in den 1970er Jahren zum festen Teil der Umgangssprache.

Die Anfänge: Rauch, Rituale und erste Pfeifen

Menschen inhalieren den Rauch von Cannabis seit mindestens 2.500 Jahren. Der früheste eindeutige Nachweis stammt aus dem Pamir-Gebirge im Westen Chinas: In hölzernen Räuchergefäßen aus Gräbern fanden Forscher Rückstände mit erhöhtem THC-Gehalt. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot beschrieb im 5. Jahrhundert v. Chr., wie die Skythen Hanfsamen auf heißen Steinen in kleinen Zelten verbrannten und den Rauch einatmeten.

Mit einer Bong im heutigen Sinn hatte das noch nichts zu tun. Der Rauch wurde in Zelten oder über offenen Gefäßen eingeatmet, nicht durch Wasser gefiltert. Mehr über diese frühe Zeit erzählen wir in Cannabis Geschichte.

Mythos Skythen-Bong: Was wirklich gefunden wurde

In vielen Artikeln über die Geschichte der Bong steht, die Skythen hätten vor 2.400 Jahren aus „goldenen Bongs“ geraucht. Die Grundlage dafür ist ein echter Fund: 2013 entdeckten Archäologen in einem Grabhügel in Südrussland zwei eimerförmige Gefäße und drei Becher aus Gold. In schwarzen Rückständen darin wurden Spuren von Cannabis und Opium nachgewiesen.

Bongs waren das nach heutigem Stand aber nicht. Es handelte sich um Gefäße und Becher ohne Brandspuren. Der Ausgräber selbst vermutete, dass darin ein Getränk mit Opium zubereitet wurde. Den Begriff „goldene Bongs“ machten erst Boulevardmedien Jahre später daraus. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich Mythen rund um die Bong verbreiten. Welche Bong-Mythen sonst noch kursieren und was davon stimmt, klären wir in Bong-Mythen: Was stimmt wirklich?.

Äthiopien: Keramikpfeifen aus dem 14. Jahrhundert

Ein gut belegter früher Fund stammt aus Äthiopien. In einer Höhle bei Lalibela fanden Archäologen Keramikpfeifen, die per Radiokarbonmethode auf etwa 1320 n. Chr. datiert wurden, mit einer Unsicherheit von rund 80 Jahren. Chemische Analysen der schwarzen Rückstände ergaben Spuren von Cannabis. Diese Pfeifen gelten als frühester bestätigter Beleg für das Rauchen von Cannabis aus Pfeifen in Afrika.

Oft liest man, Afrika sei damit der Ursprung des Cannabisrauchens. Das stimmt so nicht: Die Funde aus dem Pamir-Gebirge sind rund 1.800 Jahre älter.

Die Wasserpfeife erobert Asien und den Orient

Ab dem 16. Jahrhundert verbreiteten sich Wasserpfeifen in großen Teilen Asiens, damals vor allem für Tabak, der aus Amerika in die Alte Welt gelangt war. In Indien soll zur Zeit des Mogulkaisers Akbar der Arzt Hakim Abul Fath die Wasserpfeife eingeführt haben, um den Rauch durch Wasser zu filtern. In Persien entwickelte sich daraus der Qalyan, ein Vorläufer der heutigen Shisha. In China wurden Wasserpfeifen während der Ming-Dynastie bekannt und waren in der Qing-Dynastie eine der beliebtesten Arten, Tabak zu rauchen.

Parallel nutzten Völker in Südostasien, etwa die Hmong in Laos und Thailand, einfache Bambus-Wasserpfeifen. Genau von dort stammt das Wort, das heute weltweit für die Bong steht.

Die Bong kommt in den Westen

In Europa und Nordamerika wurde die Bong erst im 20. Jahrhundert bekannt. Vermutlich brachten Reisende und Soldaten, die in Südostasien gewesen waren, die Bambus-Bong mit. In den 1960er und 1970er Jahren wurde die Bong zum Symbol der Gegenkultur, und der Begriff setzte sich in der Umgangssprache fest. Ab den 1970er Jahren entwickelten Glasbläser wie Bob Snodgrass in den USA aufwendige Glaspfeifen, die den Grundstein für die heutige Glaskunst legten.

Die moderne Bong: Glas, Perkolator und Silikon

Heute bestehen die meisten Bongs aus Borosilikatglas, demselben hitzebeständigen Glas, aus dem Laborkolben gefertigt werden. Dazu kamen Erfindungen, die den Rauch kühler und milder machen sollen:

  • Perkolatoren teilen den Rauch in viele kleine Blasen und vergrößern so die Fläche, über die er mit dem Wasser in Kontakt kommt.
  • Eiskerben halten Eiswürfel im Rohr und kühlen den Rauch zusätzlich.
  • Vorkühler und Aktivkohleadapter lassen sich über genormte Schliffe einfach aufstecken. Ob sich Aktivkohle lohnt, liest du in Aktivkohlefilter für Bongs.
  • Neue Materialien wie Acryl und lebensmittelechtes Silikon machen Bongs leichter und bruchsicher.

Welches Material zu dir passt, vergleichen wir in Glas vs. Silikon vs. Acryl. Alles zu Größe, Schliff und Zubehör steht im Ratgeber Bong kaufen, und wie du deine Bong richtig befüllst und benutzt, in Bong benutzen. Die ganze Auswahl findest du unter alle Bongs und Wasserpfeifen.

Zeitstrahl: Geschichte der Bong

Wann Was
Vor rund 2.500 Jahren Früheste Belege für das Inhalieren von Cannabisrauch im Pamir-Gebirge
5. Jahrhundert v. Chr. Herodot beschreibt den Hanfrauch der Skythen
Um 1320 n. Chr. Keramikpfeifen mit Cannabisrückständen in Äthiopien
16. Jahrhundert Wasserpfeifen verbreiten sich in Indien, Persien und China
Ming- und Qing-Dynastie Wasserpfeifen werden in China zum beliebten Rauchgerät für Tabak
1944 „Baung“ erscheint in einem thailändisch-englischen Wörterbuch
1960er und 1970er Die Bong wird im Westen zum Symbol der Gegenkultur
Ab den 1970ern Glasbläser entwickeln die moderne Glaspfeife
Heute Borosilikatglas, Perkolatoren, Eiskerben, Silikon und Acryl

Häufige Fragen

Woher kommt das Wort Bong?

Aus dem Thailändischen. „Baung“ bezeichnet ein Rohr oder Gefäß aus Bambus, das in Südostasien als einfache Wasserpfeife genutzt wurde.

Wer hat die Bong erfunden?

Einen einzelnen Erfinder gibt es nicht. Wasserpfeifen entstanden in mehreren Regionen, unter anderem in Südostasien, Indien, Persien und China. Die moderne Glasbong entwickelte sich ab den 1970er Jahren im Westen.

Wie alt ist die älteste bekannte Pfeife für Cannabis?

Zu den ältesten gut datierten Funden gehören Keramikpfeifen aus Äthiopien aus der Zeit um 1320 n. Chr. Cannabisrauch eingeatmet wurde aber schon viel früher, im Pamir-Gebirge vor rund 2.500 Jahren.

Haben die Skythen Bongs benutzt?

Nach heutigem Stand nein. Die Skythen inhalierten Hanfrauch in Zelten. Die goldenen Gefäße, die 2013 gefunden wurden, waren eimerförmige Gefäße und Becher ohne Brandspuren, wahrscheinlich für Getränke.

Was ist der Unterschied zwischen Bong und Shisha?

Beide filtern Rauch durch Wasser. Eine Shisha wird mit Tabak und Kohle betrieben und über einen Schlauch geraucht. Bei einer Bong wird das Material im Kopf direkt angezündet und der Rauch über ein Mundstück inhaliert.

Seit wann gibt es Glasbongs?

Glasbongs im heutigen Sinn gibt es seit den 1970er Jahren, als Glasbläser in den USA begannen, Pfeifen und Bongs aus hitzebeständigem Borosilikatglas zu fertigen.

Fazit

Die Bong hat viele Wurzeln: Bambusrohre in Südostasien, Wasserpfeifen in Indien, Persien und China und frühe Pfeifen in Afrika. Ihren Namen verdankt sie dem Thailändischen, ihre heutige Form den Glasbläsern der 1970er Jahre. Und manche Geschichte, wie die von den goldenen Skythen-Bongs, ist schlicht ein Mythos.

Quellen

Bild mit KI erstellt oder bearbeitet

Bong